Allez! Allez! Allez! Grand Depart in Düseldorf

WOW! Was für ein Event. Viel zu sehen. Tolle Atmosphäre und ich hatte wieder französisch. Der Grand Depart in Düsseldorf war ein aufregendes Erlebnis. Die große Frage am Samstag morgen: Wo sollten wir uns hinstellen? Neben meinen Interessen galt es noch zwei Kindern den Eindruck zu vermitteln das sie ein Mitspracherecht haben. Wir haben uns dan für den Start/Ziel Bereich in der Nähe der Esprit-Arena entschieden. Dort standen die Teams und Fahrern und Mechanikern konnte man bei der Vorbereitung zuschauen – nur an der Strecke zu stehen hätte mit dem U10 Kind nicht funktioniert.

In einem ausgeklügelten Planungsprozess im Vorfeld fiel die Wahl auf den Messeparkplatz P2 als Startpunkt „unserer Tour“. Dort hatte ich im Vorfeld einen Parkplatz reserviert. In den Parkgebühren von EUR 20,00 war ein ÖPNV Tagesticket für vier Personen enthalten. Wenn die Merchandising und Food Trucks nicht gewesen wären, hätte das ein echt günstiges Vergnügen werden können.

Bevor wir vom Parkplatz aus die Straßenbahn erreicht hatten, waren unsere Taschen schon mit Sponsoren Gummibärchen und Traubenzucker voll. Sehr gute Idee die Besucher direkt mit Zucker zu bestechen.

An der Straßenbahn-Haltestelle haben uns dann zahlreiche „Tour-Maker“ erwartet die uns mit Kartenmaterial den besten Weg gezeigt haben. Herzlichen Dank dafür. „Tour-Maker“ und Rheinbahn haben die Aufgabe 500.000 – 750.000 (!) Besucher zu leiten verdammt gut bewältigt.

Ungewöhnlich in Deutschland -aber scheinbar wegen einiger Menschen mit intellektuellem Entwicklungspotential notwendig- ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften. An den Anblick von vermummten Polizei-Scharfschützen auf Hausdächern bei solchen Veranstaltungen muss man sich wohl gewöhnen, ebenso wie an Schutzpolizisten alle paar Meter. Auch hier ein Dank für das Gefühl das für unsere Sicherheit alles machbare getan wurde.

Zurück zur „Tour“. Wir sind der Empfehlung unseres „Tour-Maker“ gefolgt und von der Esprit Arena zur Messe-Ost gefahren… und standen nach 100m Fußweg im Fahrerlager der Tour de France. Die Busse, LKW und Begleitfahrzeuge der World-Tour und Pro-Continental Teams standen in einer langen Reihe auf dem Stockumer Kirchweg – mitten in der Stadt . Der Abstand zu den Zuschauern betrug maximal 3m. Hier zeigt sich ein großer Vorteil zu vielen anderen Sportarten. Egal ob Nachwuchsfahrer, Weltmeister oder unsere deutschen Top-Stars – man ist wirklich mittendrin dabei. Die ein oder andere Idee für unser Radcamp in Motala 2018 habe ich auch schon mitgenommen, hoffentlich baut Christian sein Wohnmobil bis dahin um.

Für die Werbekarawane hatten wir leider direkt am Start nicht den richtigen Platz, die fuhr viel viel zu schnell an uns vorbei – vielleicht auch dem Zeitplan eines Stadtkurs geschuldet, das kann ich nicht beurteilen.

Aber wir haben immerhin nun eine stabile Einkaufstausche im Design des Bergtrikot. Ideal um Einkäufe in den zweiten Stock zu tragen.

Wir wechselten dann die Streckenseite und standen an der 300m Marke vor dem Ziel auf der Rheinnahen Seite. Ein Blick auf die auf die Leinwand war nicht nötig um zu schauen wann der nächste Fahrer kommt. Der Jubel der Zuschauer und das Schlagen auf die Banden wanderte mit den Fahrern um den 14km Kurs. Und wirklich jeder wurde angefeuert – die deutschen Fahrer zu Recht stärker. Auch die Niederländer hatten genug Fans vor Ort. Überhaupt war es eine sehr internationales Sprachengewirr. Deutsch, Niederländisch, Französisch, Englisch, Spanisch, Tschechisch, Kölsch …

Vollkommen überrascht war ich von der Tatsache, das die ASO (Veranstalter) selbst die FoodTrucks und Merchandising Stände kamen aus Frankreich, wie auch die ganze Ausschilderung. Von der Autobahn immer schön den Schildern „Depart“ folgen. Mein ohnehin schlechtes und nun auch eingerostetes Französisch reichte erstaunlicherweise wieder für die Bestellung von Baguettes und Crêpes.

Das ganze Drumherum der Tour de France zu sehen war schon beeindruckend. Vor jedem Fahrer fuhren Polizeimotorräder und ihm folgten der Materialwagen und Motorrad Kameramann. Die Ausfahrt des Fahrerlager erinnerte mich wieder an den Vorstart bei einem Autorennen. Die Team-Begleitfahrzeuge mussten in der Reihenfolge der Radfahrer aufgestellt werden. Wie an der Rennstrecke: Es sieht ziemlich chaotisch aus, funktioniert aber.

Ich muss zugeben, dass ein Einzelzeitfahren live vor Ort echt spannend sein kann.

Nachdem ich nun heute auch die Bilder der zweiten Etappe in der ARD und Eurosport gesehen habe, freue ich mich. Die Tour de France in Düsseldorf hat es allen gezeigt – die Menschen haben sich begeistert. Nicht nur in Düsseldorf. Auch in jedem noch so kleinen Dorf und sogar zwischen den Dörfern auf den Landstraßen säumten hunderttausende die Straße. Wow.

Kritiker fragen natürlich was die Frankreich Rundfahrt in Düsseldorf zu suchen hat. Ich denke dies kann ausreichend mit den vielen Jahren der französischen Besatzung seit dem 18. Jahrhundert begründet werden.

Wir sind auf unserem Weg an Eisdielen, Pizzerien und Dönerbuden vorbeigekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dort an einem durchschnittlichen Samstag zu solchen Warteschlangen kommt. Der ein oder andere EUR dürfte in Düsseldorf geblieben sein. Von den unbezahlbaren Werbeminuten im Fernsehen kaum zu reden.

Danke Düsseldorf!

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