Vätternrundan 2017 – Das Touristenprogramm

2017 war nach mein zweiter Start bei der Vätternrundan nach 2016. Mein Erlebnisbericht ist rein subjektiv und beinhaltet durchaus ironische Formulierungen sowie eine heldenhafte Überzeichnung unserer Erfahrungen* Subjektiv bedeutet in diesem Fall das ich dieser Veranstaltung verfallen bin, Skandinavien als Region zum auswandern betrachte und blonde Frauen toll finde (Kleiner Chauvi-Spruch!).

Da der Widerstand von Christian zu Schweden langsam, aber stetig bröckelt, sind wir in diesem Jahr bereits einen Tag früher losgefahren um einen Tag mehr für unser Touristenprogramm zur Verfügung zu haben.

Wie waren also bereits am Dienstag Abend in Kiel auf der Fähre nach Göteborg und durch die Unfähigkeit des Autors leider nur auf einer Innenkabine. Ich habe 100 EUR mehr bezahlt als 2016 und schlechtere Kabine. Im kommenden Jahr wird Christian buchen. Als alter Reisebuchungsfuchs werden wir für den halben Preis vermutlich in einer Suite reisen. Innenkabine geht gar nicht. Es fühlte sich an wie dritte Klasse auf der Titanic – nicht gut, da man mit Kate Winslet auch nicht vorher auf das Autodeck konnte.

Für die Ankunft in Schweden haben wir auch nach zahlreichen philosophischer Getränke an Deck keinen richtigen Plan gehabt. Entweder sollte es in die Schären nördlich von Göteborg gehen oder direkt zum Vännernsee. Wir entschieden uns für die Fahrt zum Vännernsee und haben uns auf den Weg nach Trollhättan gemacht. Ich unterstelle hier Christian massive Beeinflussung durch die Tatsache das es dort das SAAB Museum gibt. Bestätigt hat er dies nicht, aber auch nicht dementiert.

Die Fahrt war wie zu erwarten mehr als entspannt. Auf der Autobahn waren ähnlich viele Autos unterwegs wie aktuell auf der Mondoberfläche rumstehen. Bei der Rückkehr in Deutschland musste ich mich wieder dran gewöhnen das auch die Rückspiegel beim Spurwechsel zu benutzen sind. Unsere erste Station war der Schleusenpark von Trollhättan (LINK zu Swedish Moments) wo drei verschiedene Generationen von Schleusen des Göta-Kanal zu besichtigen sind. Die Schleusen von 1844 (?), sowie um 1900 herum und die heute noch in Betrieb befindliche Anlage.

Nur wenige Meter von den Schleusen entfernt befindet sich das Museum von SAAB. Die schwedische Traditionsfirma gibt es weiterhin als Flugzeughersteller und Maschinenbauer, aber nicht mehr als Fahrzeughersteller. Vermutlich waren die Chinesen eh nur an den Patenten interessiert. In dem Museum ist die komplette Firmengeschichte seit Ende der 1940er Jahre bis zum letzten Fahrzeug dargestellt.

Saab hatte wirklich einmal schöne Autos. Nach dem Aus von SAAB investierte die Stadt Trollhättan und Saab Enthusiasten und retteten das Museum. Wenn ihr in der Gegend seid, macht dieses kleinen Abstecher in das Museum. Das Museum liegt in einem ehemaligen Industriekomplex und im direkten Umfeld liegen nette Restaurant und ein großer – auch WoMo tauglicher – Parkplatz.

Laut meiner GARMIN hatten wir unser 10.000 Schritte Tagesprogramm noch nicht erfüllt. Also mussten wir noch einen weiteren Punkt erlaufen. Ein paar hundert Meter entfernt liegen die Wasserfälle von Trollhättan.  Diese werden nur zu bestimmten Zeiten geöffnet und dienen der Wasserregulierung des Vännernsee. In den Sommermonaten gibt es hierfür feste „Touristen-können-gucken“-Zeiten. Diese kann man im Internet erfragen – wir hatten leider den falschen Tag erwischt.

Wasserfälle bei Trollhättan

Naiv haben wir am ersten Tag in Schweden natürlich gefragt ob man denn mit Karte zahlen könnte. Die Reaktion war ein verständnisloses „Sure“. Lange dauert es in Schweden beim bezahlen eigentlich nur wenn deutsche Touristen anfangen Brötchen, Eis und Getränke mit Bargeld zu zahlen.

Unser nächster Zwischenstopp war in Forsvik. Ursprünglich haben wir nur einen Platz für die Nacht gesucht da wir nicht direkt nach Motala wollten. Gefunden haben wir einen kleinen Ort mit wunderschön kitschiger Schweden-Idylle. Direkt an der letzten (?) Schleuse des Götakanal gelegen konnte man den Segelbooten beim schleusen zusehen. Dank meiner jahrelangen, intensiven Segelerfahrung konnte ich das ganze natürlich fachmännisch kommentieren. Ich glaube heute immer noch das Christian von meiner Fachkenntnis beeindruckt war.

Stellplatz Forsvik – Letzte Schleuse des Göta-Kanal
Anlegeplatz am Vätternsee
Wunderschön!

Man kann über Forsvik gar nicht viel schreiben. Wunderschön. Idylle. Ruhe. Perfekt für ein Bier und Männergespräche 😉

Einen letzten Stopp hatten wir in der Festungsanlage von Karlsborg eingeplant. Die „Karlsborg Fästning“ ist eine 200 Jahre alte Festung und wurde ursprünglich zum Schutz vor Napoleon gebaut. Heute beherbergt die Festung aktive Militäreinheiten, Wohnungen für Zivilisten und Museen. Die kleinen Schilder „Fotografieren verboten“ vor einigen Gebäuden sollte man übrigens beachten. In freundlichen, aber bestimmten Ton kann man sonst Kontakt zu schwedischen Militärangehörigen bekommen.

Festungsmuseum

Von dort ging es dann um die Nordspitze des Vätternsee nach Motala – „Home of roadbike cycling“. Es blieb das Gefühl schon seit Tagen in Schweden gewesen zu sein – bei all den Eindrücken die wir in kurzer Zeit bekommen haben.

Hammersund

Spannend waren die letzten 50-60km auf dem Weg nach Motala. Wir sind weitgehend der Strecke der Vätternrundan gefolgt. Ich muss 2016 an dieser Stelle schon ziemlich neben der Spur gewesen sein. Dort gibt es echt einige Hügel an die ich mich nicht mehr erinnern konnte, empfand dafür den Anstieg in Medewi als gar nicht mehr so dramatisch.

Der Reiseplan für 2018 steht bereits heute fest. Von Göteborg zum VOLVO Museum und den beiden Rennstrecken in Anderstorp und Mantorp Park. Als Nebenprodukt werden dann noch alle Rallycross-Strecken auf dem Weg eingesammelt.

Als alte Racer fällt einem auf, dass es in Schweden viele einsame Straßen gibt mit Driftspuren. Und viele Subaru und Mitsubishi Straßenversionen der ehemaligen Rally-Legenden.

 

Final parking Position auf dem Sportplatz der BK-Zeros in Motala.

*Anlass meiner Einleitung: http://vaettern.markusberns.de/2017/06/19/vaetternrundan-ergebnis/ (siehe Kommentare)

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