Nibelungen Triathlon Xanten

Anfang September war es soweit. Ich stellte mich der Herausforderung des Nibelungen-Triathlon in Xanten. Soweit die Heldenversion. In der Realität war ich Teil einer Traxi Staffel über die Volksdistanz. 500m Schwimmen – 17km Rennrad – 5km laufen.

So ging ich mit Axel und Frecky an den Start. Wir vermuten immer noch, dass Axel uns lediglich gefragt hat weil er genau an diesem 03. September einen 5km Wettbewerb laufen wollte aber keine Lust auf schwimmen und Rad fahren hatte. In dem naiven Glauben das unsere sportlichen Qualitäten gefragt seien, sagten wir fast spontan zu. Axel dementiert unsere Einschätzung bis heute nicht.

Im festen Glauben an unsere Leistungsfähigkeit verzichteten wir auf gemeinsame Trainings und trafen uns direkt an der Wettkampfstätte im Freizeitzentrum Xanten. Wir waren überzeugt das dies der Ort unseres größten sportlichen Triumphs sein wird.

Schon bei der Vorbereitung der Wechselzone spürten wir die bangen Blicke unserer Wettbewerber. Allein der Superhelden-Neopren von Frecky sorgte für Unruhe und lächelnde Blicke. Später sollte diesem Anzug eine bedeutende Rolle zukommen. Die Telefonnummer des Ausrüsters haben wir später kollektiv aus unseren Telefonspeichern gelöscht.

Wir besprachen die zu erwartenden Zeiten und übten die Wechsel des Transponder um ja keine Sekunde zu verlieren. Nach einer kurzen Taktikbesprechung begab sich Frecky zum Start der 500m Schwimmstrecke. Um 12.30 erfolgte der Start, spätestens um 12.40 sollte ich dann wohl auf dem Rad sitzen und unsere Spitzenposition verteidigen. Um 12.31 schaltete ich meinen Garmin ein. Um 12.40 stellte ich mich in die vorher geübte Transponderwechselstellung.

Um 12.41 schaltete sich mein Garmin automatisch ab. Frecky war noch nicht in Sichtweite. Um 12.42 war mein Garmin wieder gestartet. Frecky fehlte immer noch. Um 12.43 waren 53 von 55 Starter bereits auf dem Rad. Frecky kam mit vor Schmerzen verzerrtem Gesicht zur Wechselzone und beklagte keine Luft mehr bekommen zu haben im Wasser. Dies war der Moment als wir alle begriffen das unser Triumph durch geliehenes Material verhindert wurde.

Um 12.44 ging ich als 55. und letzter auf die Radstrecke, einem Rundkurs von 8,5 Kilometern der zwei Mal befahren werden musste. Mit der beruhigenden Gewissheit das von hinten keine Gefahr drohte lief ich von der Wechselzone zur Zeitschleife. Was mir vorher niemand verraten hat war die Tatsache das ich die Strecke von der Wechselzone zur Zeitschleife im Laufschritt zurücklegen musste.

Ich muss zugeben, dass ich eine Zeit gebraucht habe um zu realisieren das ich nur 17km fahren muss. Ich bin gestartet wie bei den längeren Distanzen und habe auf meine Herzfrequenz geachtet und war zu defensiv. Für 2018 muss ich tatsächlich mal trainieren 17-20km nur Vollgas zu fahren und die Beine zu überreden: „ihr könnt 300km fahren, dann gebt jetzt mal 20km Vollgas.“ Dürfte ein interessantes Gespräch werden.

Nach einer guten halben Stunde kam ich als 45. in die Wechselzone zurück. Und hatte meinen ganz besonderen Aha-Effekt. Nach 17 Kilometer zügiger Radfahrt noch 200m im Laufschritt zur Wechselzone war ein spannendes Erlebnis. Laufen ist grundsätzlich doof. Im Zustand körperlicher Erschöpfung noch zu laufen ist nicht nur doof sondern bestimmt auch ziemlich ungesund.

Mein Ziel in 2018 einen olympischen Triathlon zu bestreiten habe ich auf einen Triathlon über die Volksdistanz geändert.

Wir wollten natürlich keinen Druck aufbauen, aber nun galt es für Axel 43 Plätze gut zu machen um unser Ziel zu erreichen: „Der Sieg interessiert nicht, Hauptsache Treppchen.“ Obwohl Axel kein geliehenes Material nutzen musste reichte es am Ende nicht ganz für die Top3. Wir sind trotz schlechtem Leihmaterial noch gute 35. geworden.

Für 2018 werden wir erneut angreifen. Mit dieser Veranstaltung haben wir noch eine Rechnung offen.

War eine wirklich gute Veranstaltung. Ich war begeistert.

 

Das könnte Dich auch interessieren

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*