Insomnia (Velofondo 24h)

Es gibt viele Gründe für eine schlaflose Nacht. Vollmond, bierselige Kneipenrunde mit den Kumpels oder eine wunderbare Frau. Man könnte aber auch als Solo-Starter bei einem 24h Rennen für Rennräder teilnehmen. Letzteres wage ich Anfang September in der Motorsport Arena Oschersleben – back to the track! So langsam gewöhne ich mich daran, dass mein Herz und Bauch den Verstand ignorieren. Ausgelöst durch eine Verbraucherinformation von Mark Zuckerberg gab es einen spontanen Impuls: „Das will ich mal ausprobieren!“.

So habe ich mich für das Velofondo 24h Rennen am 08./09.09.2018 als Solo-Starter angemeldet. Als Solo-Starter mit dem Ziel mindestens 20h im Sattel zu sitzen. Prima.

Selbst mir ist mittlerweile bewusst geworden, dass man ein 24h Rennen etwas anders angehen muss als die anderen Rennformate die ich bisher ausprobiert habe. So habe ich mich zuerst auf die Suche nach einem erfahrenen Teamchef mit entsprechender Crew gemacht. Meine Wahl fiel hier auf das Rennstrecken erfahrene Team Project-LeMans, mit Teamchef Christian Freyer. Dem ein oder anderen Leser wird dies nun wie ein Deja Vu vorkommen. In den 2000er Jahren war das Team Project LeMans bei unzähligen GT Rennen auf 36 Rennstrecken auf drei Kontinenten unterwegs, mit dem Höhepunkt der 2010er GT1 Weltmeisterschaft von Abu Dhabi bis Argentinien.

Der Start unter dem Namen Project LeMans war also naheliegend. Nun habe ich zwar einen Teamchef, einen Teamnamen, ein Teamlogo und ein Team-Wohnmobil. Aber noch immer keine Ahnung wie man eine solche Veranstaltung schlauerweise angeht.

Fährt man einfach so lange bis der Körper einem sagt das es nun Zeit für Couch, Bier und Bratwurst ist. Oder plant man von Begínn an mit 2:45h Stints+ 30min Pause? Anders als bei der Vätternrundan kann man alle 3,7km die Box anfahren und sich verpflegen oder Bekleidung  wechseln und am Wohnmobil einen Service am Rennrad vornehmen. Dies eröffnet mir vollkommen neue taktische Möglichkeiten, verringert allerdings auch die glaubwürdigen Ausreden.

Einerseits befreit das „24h im Kreis fahren“ von dem Zwang ein Ziel zu erreichen, da ich theoretisch nach einer Runde mich für 23h ins WoMo legen könnte. Andererseits habe ich auch das ambitionierte Ziel die 600km Marke zu erreichen. Die Streckencharakteristik ohne Anstiege dürfte mir liegen, da es immer die Anstiege sind die mich aus dem Plan werfen.

Allerdings würden 600km rund 20h mit einem 30km/h Schnitt bedeuten – auch eine ziemliche Nummer und hätte 2017 Platz 19 bei den Solo-Startern bedeutet.

Insgesamt sind 800 Teams bei den Velofondo 24h startberechtigt, darunter maximal 75 Einzelstarter. Die Masse der Teilnehmer stellt sich als 2er (250 Teams) und 4er Teams (400) der Herausforderung.  Am Freitag Nachmittag wird der Stellplatz im Fahrerlager eingerichtet und der Papierkram erledigt. Im Rahmenprogramm findet am Samstag Vormittag noch ein 75km Jedermann Rennen statt, bevor dann um 14:00 der Start zu den 24h erfolgen wird. Gefahren wird in der aus dem Motorsport bekannten Variante mit der ersten Kurve als 90 Grad Knick.

 

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